Orgelwettbewerb, Masterclasses, Konzerte und Verleihung des
»Arp-Schnitger-Preises« vom 18. bis 31. August 2014

Arp Schnitger und die norddeutsche Orgellandschaft

Bremen liegt in der Mitte der reichsten Orgelregion Europas. Seit mehr als 500 Jahren entwickelte sich in den Küstengebieten sowie an den Flussläufen von Elbe, Weser und Ems eine flächendeckende Orgelkultur. In keiner anderen Orgellandschaft sind weltweit so viele Instrumente und Orgelregister aus der Gotik, der Renaissance und der Barockzeit erhalten.

Allein in den beiden nur vier Kilometer voneinander entfernten Kirchen in Altenbruch und Lüdingworth (bei Cuxhaven) blieben fast 70 Register mit über 3800 Pfeifen aus der Zeit zwischen 1500 und 1730 bewahrt. In der ostfriesischen Küstenregion zwischen Emden und Norden finden wir die höchste Konzentration des klingenden Bestands von gotischen Instrumenten außerhalb der großen Hansestädte.

In Bremen nehmen die Renaissance-Prospekte in St. Martini, St. Ansgarii und im Focke-Museum einen besonderen Rang ein. In keiner anderen deutschen Stadt sind noch Orgelprospekte der Renaissance in dieser Qualität und Größe erhalten. Im „Alten Land" zwischen Hamburg und Stade ist heute in jeder Kirche eine historische Orgel oder ein reich verzierter Orgelprospekt zu finden.

Arp Schnitger (1648-1719), der bedeutendste europäische Orgelbauer der Barockzeit, stammte aus der Wesermarsch, wo sich heute in Brake-Golzwarden direkt neben seiner Taufkirche das Arp Schnitger Centrum befindet. Hier wird von der Arp-Schnitger-Gesellschaft ein Informations- und Studienzentrum zur norddeutschen Orgelkultur aufgebaut.

Im unmittelbaren Umland von Bremen und Bremerhaven befinden sich vier der am besten erhaltenen Schnitger-Orgeln: in Cappel, Dedesdorf, Ganderkesee und Grasberg. Die Werke in Cappel und Grasberg befanden sich ursprünglich in Hamburg und repräsentieren den Typus der hanseatischen Stadtorgel. Sie wurden in Hamburg von den berühmtesten norddeutschen Organisten um 1700 gespielt. In der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden die Bach-Aufnahmen in Cappel von Helmut Walcha (für die Archiv-Produktion der Deutschen Grammophon Gesellschaft) zum ersten Welterfolg von Orgelmusik auf Tonträgern.

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